
Was ist überhaupt eine Feuchtigkeitssperre, und welche Arten gibt es? Warum fehlen sie in Altbauten, und wie lassen sie sich nachrüsten? Alles erklärt für Duisburg.
Von Hubert Jansen · unabhängiger Sachverständiger für Bauwerksabdichtung
Inhalt
| Typ | Stoppt | Kosten Duisburg | Nachrüstbar? |
|---|---|---|---|
| Horizontalsperre | Aufsteigende Kapillarfeuchte | 80–200 €/lfm | Ja (Injektion, Mauersäge) |
| Vertikalsperre | Seitlich eindringendes Wasser | 800–1.500 €/lfm | Ja (Außenabdichtung) |
| Kapillarsperre | Feuchtigkeitstransport in Baustoffen | 20–50 €/m² | Ja (Hydrophobierung) |
| Bodensperre | Aufsteigende Bodenfeuchte | 60–250 €/m² | Ja (Dichtschlämme, KMB) |
In Duisburg sind besonders die Stadtteile Ruhrort, Laar, Hochfeld, Rheinhausen und Homberg von fehlenden oder defekten Feuchtigkeitssperren betroffen. Duisburg liegt am Zusammenfluss von Rhein und Ruhr — höchstes Hochwasserrisiko im gesamten Ruhrgebiet. Der Duisburger Hafen liegt auf Meereshöhe.
Duisburg hat den größten Binnenhafen Europas — und das niedrigste Gelände im Ruhrgebiet. Bei gleichzeitigem Rhein- und Ruhr-Hochwasser (wie 1995 und 2021) stehen Kellerräume in Ruhrort und Laar oft unter Wasser. Der Grundwasserspiegel liegt in Hafennähe nur 0,5–1 Meter unter der Oberkante.
Typische Situation in Duisburg
Die Bebauung in Duisburg stammt vorwiegend aus der Industriezeit (1890–1930) und Wiederaufbau (1950–1965). Drückendes Grundwasser durch Rhein UND Ruhr kombiniert; industrielle Altlasten im Boden. In Ruhrort, Laar und Homberg ist eine Weiße Wanne oder druckwasserdichte Außenabdichtung absolut notwendig. Ohne professionelle Abdichtung ist kein Schutz möglich.
Die Pflicht zur Feuchtigkeitssperre in Kellern wurde in Deutschland erst mit der DIN 4117 (1937) eingeführt. Davor wurden Häuser — besonders Gründerzeitbauten (1880–1914) — ohne normgerechte Sperren gebaut. Spätere Gebäude erhielten Teerpappensperren, die nach 40–60 Jahren zersetzen und ihre Wirkung verlieren.
In Duisburg betrifft das besonders Stadtteile mit dichtem Altbaubestand: Altstadt, Ehrenfeld, Nippes, Mühlheim, Kalk, Südstadt, Lindenthal. Viele dieser Häuser haben heute keine funktionsfähige Horizontalsperre mehr.
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Termin anfragenBohrlöcher werden im Abstand von 10–12 cm horizontal in die Wand gebohrt. Ein flüssiges Abdichtungsmittel (Silikon-Mikroemulsion, Acrylharz) wird eingepresst, verteilt sich im Mauerwerk und hydrophobiert die Kapillaren. Kosten: 80–150 €/lfm. Dauer: 1–2 Tage.
Eine Diamantsäge schneidet einen Schlitz durch das Mauerwerk, in den eine Kunststofffolie eingelegt wird. Zuverlässiger als Injektion, aber aufwändiger. Kosten: 120–200 €/lfm.
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Hubert Jansen
Unabhängiger Sachverständiger für Bauwerksabdichtung · selbstständig seit 1980